Ein Ruf, dem einfach zu folgen war …

Eigentlich wollte ich in diesem Jahr das Volk der Turiseder nicht besuchen und mich stattdessen in meiner Höhle verkriechen.

Doch dann ereilte mich ein Ruf von jener Kulturinsel, auf der dieses Volk zu Hause war, und schnell war klar: diesem Ruf muss ich letztenendes doch spontan folgen!

Ein Wink des Schicksals?!?

Viel Programm gab es für mich in diesem Jahr nicht, so dass mein Zeitplan sehr frei war und ich den wenigen, mir wichtigen Zeitslots auch immer entspannt und mit Freude entgegen sehen konnte.

Ich hatte Zeit für ein sehr langes, aufbauendes Gespräch mit einem sympatischen Fotokollegen, konnte viele wunderbare Momente mit “meiner” Liedermacherfamilie verbringen und ein entspanntes Fotoshooting in dieser einmaligen Kulisse durchführen.

Ich habe viel positiven Zuspruch erhalten, liebe Umarmungen bekommen und war mehrmals zufällig zur richtigen Zeit am richtigen Ort, um einmalige Momente mitzuerleben und auch fotografisch festzuhalten.

Obwohl ich bei meiner gestrigen Rückkehr in die Alltagswelt extrem müde und geschafft war, ja nicht einmal mehr die Kraft hatte den Rechner anzuwerfen und direkt um kurz nach 20 Uhr in einen Tiefschlaf fiel, wachte ich am Morgen mit einer inneren Leichtigkeit auf, die ich in den letzten 18 Monaten vergeblich gesucht hatte.

Beim Einlesen der Karten heute Morgen entdeckte ich zwei Fotos, die ich Samstagnacht gegen halb drei gemacht hatte. Es waren eigentlich nur zwei Spaßfotos, um den leeren Spielplatz der ganz Kleinen in seinem nächtlichen Licht zu fotografieren. Doch beim Blick auf diese Bilder erkannte ich – wie so oft bei meinen SELFs – dass da mehr hinter der Fassade zu sehen war, als ich beim Anfertigen im Kopf hatte …

Ein Schritt in die richtige Richtung.

Nach all dem Grau in den letzten zwei Jahren endlich etwas Farbe, die nicht gleich wieder abgebrökelt ist. Ich durfte heute acht Stunden in meinem Job ganz die Alte sein … Den negativen Emotionen einfach in den Arsch treten und sie nicht an mich heranlassen, mit den Kids herumblödeln und endlich einmal nicht völlig erschöpft und elanlos nach einem anstrengenden Arbeitstag auf die Couch und von da ins Bett fallen.

Selbst eine Nachricht, die meine Zukunft verändern wird, habe ich bis zum Abend nicht an mich herangelassen und mich davon nicht runterziehen lassen.

Nun lasse ich die Erinnerungen an dieses Wochenende ausklingen, sichte den ersten Teil der Fotos und bin mir sicher, dass der Tiefpunkt endlich erreicht ist und ich wieder mit etwas mehr Licht in die Zukunft sehe. Auch wenn ich weiß, dass der Weg dahin noch mit einigen Abstürzen versehen sein wird. Aber gewiss nicht mehr heute …

Jetzt freue ich mich einfach darüber, dass ich doch für ein paar Tage in die geheime Welt von Turisede abgetaucht bin 🙂

Danke an alle, die ein Teil dieser Zeit dort waren …